Vor einiger Zeit hatte ich in meinem Postfach die eMail eines 16-jährigen Schülers aus Bielefeld, der sich frühzeitig mit dem an seine Schulzeit direkt anschließenden Studium befassen wollte. Letztlich war die von mir betriebene Website www.kognitioninbielefeld.de Endstation einer Suche, die längst nicht mit dem Interesse für Kognitionswissenschaft begann. Vorwegnehmen möchte ich, wie erstaunlich ich es finde, dass Universitäten kaum Anstrengungen unternehmen, um Studierende möglichst frühzeitig optimal zu akquirieren; dabei macht dies bereits aus ökonomischer Sicht wirklich Sinn.
Die Suche nach dem unbekannten Wort „Kognitionswissenschaft“
Die Suche des jungen Mannes begann mit dem Tipps seiner Schwester, vielleicht Germanistik zu studieren – schließlich könne er doch gut schreiben. Wen wundert es, dass über diesen Begriff schließlich auch die Linguistik gefunden wurde. Nach dem Begriff der Kognitionswissenschaft aber musste der Gymnasiast aus Bielefeld dann doch noch etwas intensiver fahnden.
Was aber hätte er nun damit anfangen sollen, selbst nachdem er dank einiger Recherche erfahren hatte, wie spannend die Kognitionswissenschaft womöglich ist? Denn Kognitionswissenschaft studieren, dies kann man in Bielefeld nicht. Stattdessen müsste man sich als Schüler durch dieses interdisziplinäre Feld durchackern, um letztendlich zu erkennen: “Da kommen ja ganz unterschiedliche Disziplinen in Frage, wie etwa Linguistik, Klinische Linguistik, Kognitive Informatik, Neurowissenschaft, Psychologie etc.”
Bei dem jungen Mann war es nun der Begriff „Germanistik“ in Verbindung mit „Bielefeld“, der Start einer schieren Such-Odyssee führte (ein anderer mag eher von „Psychologie“ oder „Informatik“ ausgehen). Dabei müsste es für Universitäten doch möglich sein, geeignete Landing-Pages zu erstellen, um die Suchen von Schülern gezielt über Google & Co. abzufangen. Zusätzlich ließe sich ein Studiengang Finder realisieren, bei dem natürlich Aspekte wie Usability berücksichtigt werden müssten – ein Thema, das bei Textlink-orientierten Startseiten von Universitäten (wie etwa bei der Universität Bielefeld) nicht wirklich Berücksichtigung findet.
Studienabbrecher kosten Geld – deutsche Universitäten sollten demnach ein Interesse daran haben, dass angehende Studierende möglichst frühzeitig den passenden Studiengang für sich entdecken können.
2 Responses to Kognitionswissenschaft: Wie werden angehende Studierende auf dieses interdisziplinäre Feld aufmerksam und wie finden Sie das für sie geeignete Studienfach?
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Mir geht es ähnlich wie “dem jungen Mann”. Ich bin 18 Jahre alt und Abiturient aus Jena. Auf die Kognitionswissenschaften bin ich durch den Studienführer 10/11 der Zeit gestoßen, der dieses Gebiet unter der Rubrik “unbekannte Fächer” anpries. Mittlerweile habe ich mich mehr dazu informiert und möchte auch voraussichtlich Kognitionswissenschaften studieren. Deshalb kann ich eindeutig bestätigen: Im Gegensatz zu den “Lokalmatadoren” wie BWL ist es extrem schwer, brauchbare Informationen bezüglich dieses jungen Studienfachs zu finden.
Da ich aber hier auf ein scheinbar größeres Forum gestoßen bin, würde ich mich sehr freuen, wenn jemand Informationen zum Fach und zu Studienmöglichkeiten für mich hätte! (jb.3110@gmx.de)
Ich bin so zu sagen über den klassischen Weg darauf gekommen. Ein Bekannter las ein Buch über die “Vier Grundformen der Angst” (populär gemachte Tiefenpsychologie) und darüber kam ich auf Freud hab mich mit ihm eine Zeit lang beschäftigt bis mir das als zu veraltet erschien und kam dann zur Psychologie (auch ein paar Sachen angeschaut). Der letzte Kick zur Kognitionswissenschaft hat mir eine Fernsehreihe von Prof.Dr.Dr. Manfred Spitzer gegeben. Meiner Meinung nach ist Kognitionswissenschaften (besonders weil der Begriff so weit gehen kann) eines der aktuell interessantesten Gebiete, die es gibt.